Spanien jenseits von Rioja

Weinregionen

Spanien jenseits von Rioja

Im Schweizer Weinregal steht Spanien meistens für eine einzige Region. Bei uns für 8 andere: Schieferterrassen über dem Sil, Albariño am Atlantik, alte Bobal-Buschreben bei Valencia, Kalk am Mittelmeer. Dazu Weingüter in Frankreich, Italien und der Schweiz.

Weine aus Spanien
188
Weingüter in Spanien
17
Gegenden in Spanien
8
Weingüter insgesamt
26

Kapitel 1 · Galicien

Drei Gegenden am Atlantik

93 unserer 188 spanischen Weine kommen aus Galicien, aus drei Gegenden, die sich im Glas deutlich unterscheiden. In der Ribeira Sacra arbeiten Algueira, Guímaro und Ronsel do Sil an Hängen über Sil und Miño, so steil, dass jede Traube von Hand gelesen wird. Carlos Carballo hat seine Reben mitten in dieser Gegend, füllt aber bewusst ausserhalb der DO ab.

An der Küste, in den Rías Baixas, wächst Albariño an Pergolen: bei Attis im Val do Salnés und bei Toni Alonso von Veigamoura im Condado do Tea. Im Ribeiro, landeinwärts bei Ourense, keltert Inma Pazos bei Coto de Gomariz Treixadura und rote Mischungen aus Sousón, Brancellao und Mencía.

Unser Rat: Fang im Ribeiro an. Die Abadia de Gomariz ist zur Hälfte Sousón, dazu kommen Brancellao, Ferrol und Mencía, so lernst du mehrere alte Sorten in einer Flasche kennen.

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Kapitel 2 · León und Kastilien

Mencía im Tal, Tempranillo auf der Hochebene

Das Bierzo liegt gleich hinter der galicischen Grenze, schon in León, in einem Talkessel zwischen hohen Bergen. José Mas keltert bei Mas Asturias nur den Massuria, aus Mencía, gepflanzt von 1912 bis 1970. Sangarida gehört den Brüdern Fariña von Attis, zusammen mit Robustianos Tochter Lía.

Weiter südlich, auf der Hochebene am Duero, keltern Cayetana Santos und Mapi Melado bei Raíz de Guzmán reinen Tempranillo. Es ist die bekannteste Gegend auf dieser Seite.

Wer Rioja mag, fängt am besten hier an: dieselbe Traube, gewachsen auf Lagen um 900 Meter, wo kühle Nächte die Säure halten.

Weingüter

Warum kein Rioja

Rioja ist gut, aber uns interessieren die Sorten, die selten über die Grenze kommen: Sousón, Caiño, Merenzao, Brancellao, Treixadura, Bobal.

Zu den Rebsorten

Kapitel 3 · Valencia

Bobal und Schaumwein aus Requena

Unser zweiter Schwerpunkt liegt landeinwärts von Valencia, auf einer Hochebene zwischen 700 und 900 Metern. Bobal von alten Buschreben keltern hier Viña de Eufemia und Carres in Casas de Eufemia, Verónica Romero bei Los Duques, Pago de Tharsys in Requena und Vera de Estenas bei Utiel.

Aus Requena kommen auch die meisten unserer Schaumweine, nach traditioneller Methode mit zweiter Gärung in der Flasche. Vicente García von Pago de Tharsys gilt als «Vater des Cava in Requena», von Viña de Eufemia führen wir gleich mehrere.

Albariño wächst hier auch: Pago de Tharsys hat 1985 eine Parzelle auf 700 Metern mit galicischem Pflanzgut neu gesetzt. Gelesen wird dort nachts, 15 bis 20 Minuten später liegen die Trauben im Keller. Der Vendimia Nocturna passt zu Pulpo, Meeresfrüchten und Sushi.

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Kapitel 4 · Katalonien und Mallorca

Kalk am Mittelmeer

Can Ràfols dels Caus hat seine Reben im Garraf-Massiv südwestlich von Barcelona, auf flachgründigem Kalk mit Brise vom Meer. Jordi Esteve führt das biologisch arbeitende Gut weiter, das Carlos Esteva in den 1970er Jahren aufgebaut hat. Xarel·lo, die im Penedès meist im Schaumwein landet, füllt er auch still ab, zum Teil aus dem Kastanienfass.

Robert und Conny keltern seit 2018 auf Mallorca, bei Felanitx zwischen Trockensteinmauern, unter dem Namen Rosaberto. Sie arbeiten nur mit Inselsorten: Callet, Manto Negro, Prensal Blanc und Giró Ros.

Xarel·lo gibt es bei uns auch aus Requena. Viña de Eufemia mischt sie im Balsa Blanco mit Tardana und Macabeo, Can Ràfols im Terraprima mit Macabeo und Muscat.

Weingüter

Was du bei uns nicht findest

Priorat, Toro, Jumilla und Rioja führen wir nicht, weil uns die 8 Gegenden oben mehr beschäftigen.

Alle spanischen Weine

Kapitel 5 · Frankreich, Italien, Schweiz

Nicht nur Spanien

In Bandol, rund um La Cadière-d’Azur, arbeiten die Schwestern Arlon von Trois Filles, Cédric Gravier von La Suffrène und Alain Pascal von Gros’Noré, alle drei mit viel Mourvèdre. Bei Gargas im Luberon stellt der Pfälzer Önologe Frank John die Domaine de la Coquillade auf Biodynamie um. In der Champagne machen Sébastien und Aurore Frézier südlich von Épernay alles selbst, und in Saint-Loubès bei Bordeaux lesen Bernard und Marie-Odile Hébrard von Hand.

Im Piemont keltert Fabrizio Battaglino im Roero Nebbiolo auf Sand. Im Wallis lassen Oscar Hauser und Thomas Carl in Savièse hüfthohes Gras zwischen den Reben stehen, im Engadin machen Gian und Nico Gross in Sent Wermut nach dem Rezept ihres Vaters.

Wer Bandol-Rosé mag, sollte auch den Carrascal von Viña de Eufemia kennen: reiner Bobal von über 60 Jahre alten Reben bei Casas de Eufemia, vier Monate auf der Feinhefe.

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Häufige Fragen

Warum führt ihr keinen Rioja?

Rioja ist gut, und Tempranillo gibt es bei uns trotzdem, aus der Ribera del Duero von Raíz de Guzmán. Uns beschäftigen aber die Gegenden, deren Sorten ausserhalb Spaniens kaum jemand kennt: Merenzao und Brancellao am Sil, Treixadura im Ribeiro, Bobal und Tardana bei Requena, Callet auf Mallorca. Genau diese Flaschen findest du in der Schweiz sonst selten.

Welche Gegend passt zu welchem Wein?

Für frische, eher leichte Rotweine die Ribeira Sacra und das Bierzo, beide mit Mencía. Für kräftigere Rote die Ribera del Duero mit Tempranillo und Utiel-Requena mit Bobal. Weisse kommen aus den Rías Baixas (Albariño), dem Ribeiro (Treixadura) und dem Penedès (Xarel·lo). Schaumwein holst du am besten aus Requena, Rosé aus Bandol oder Utiel-Requena.

Mit welcher Flasche fange ich an?

Wenn du Rioja magst, mit der Crianza 2022 von Raíz de Guzmán für CHF 29.00, Tempranillo von 920 Metern. Wenn du etwas Neues willst, mit dem Noria Tinto de Eufemia für CHF 23.00, Bobal von alten Reben mit etwas Merlot. Und für Weisswein mit dem Veigamoura 2024 für CHF 29.00, Albariño aus den Rías Baixas.

Gehört Carlos Carballo zur Ribeira Sacra?

Geografisch ja. Seine Reben stehen in A Pobra do Brollón, an steilen Hängen entlang des Sil-Cañons. Er füllt aber bewusst ausserhalb der DO-Regeln ab, darum trägt keine seiner Flaschen das Siegel der DO Ribeira Sacra. In der Auswahl Ribeira Sacra stehen deshalb nur Algueira, Guímaro und Ronsel do Sil, Carballos Weine findest du unter Galicien.

Warum kommt so viel aus Galicien?

Weil uns dort die meisten Sorten begegnen, die es anderswo kaum gibt, und weil die drei Gegenden so verschieden schmecken. 93 unserer spanischen Weine kommen von galicischen Weingütern: Algueira, Guímaro, Ronsel do Sil und Carlos Carballo am Sil, Attis und Veigamoura an der Küste, Coto de Gomariz im Ribeiro.

Habt ihr auch Weine aus Frankreich, Italien und der Schweiz?

Ja. Aus Frankreich Trois Filles, La Suffrène und Gros’Noré aus Bandol, die Domaine de la Coquillade im Luberon, Champagne Denis Frézier und Château Aux Graves de la Laurence bei Bordeaux. Aus Italien Fabrizio Battaglino aus dem Roero, aus der Schweiz Cave Kaléidoscope aus dem Wallis und Aldier aus dem Engadin, mit Wermut statt Wein.

Wo stehen unsere höchsten Reben in Spanien?

Auf der Hochebene am Duero: Bei Raíz de Guzmán stehen die Reben je nach Wein auf 820 bis 970 Metern. In Utiel-Requena liegen die Rebberge zwischen 700 und 900 Metern, die Terrassen der Ribeira Sacra laut unseren Datenblättern zwischen 350 und 650 Metern. Kühle Nächte in dieser Höhe halten die Säure in den Trauben.

Die nächste Entdeckung?
Kommt per Mail.

Ein paar Mal im Jahr: neue Winzer:innen, neue Flaschen und die Geschichten dahinter.

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